Das nichtkommerzielle Browserspiel LstSim, ein Rettungsleitstellensimulator,
setzte jahrelang auf die Dienste der Google Maps API. Leider gab es mit der API über einen
längeren Zeitraum anhaltende Schwierigkeiten. Es wurde deshalb schon früh der Vorschlag
gemacht, man solle doch "einfach auf OpenStreetMap wechseln". Doch was bedeutet
das überhaupt und wie sieht so ein Wechsel aus? Dieser Vortrag fasst die technischen und
organisatorischen Herausforderungen – und Chancen – seit Beginn der Umstellungen Ende 2015
zusammen.
LstSim verwendet drei wichtige Geo-Dienste: Routing, Geocoding und Kartenmaterial. Dies
bedeutet, dass es nicht reicht, freie Daten zur Verfügung zu haben, sondern es ist auch
die richtige Software- und Serverinfrastruktur erforderlich. Eine zusätzliche
Herausforderung ist außerdem die Tatsache, dass es bei LstSim Benutzerleitstellen auf
jedem Kontinent gibt. Das heißt, die volle Planet-Datei von OpenStreetMap wird immer der
Daten-Ausgangspunkt sein. Ach ja, auf bezahlbarer Hardware soll das alles auch noch
laufen.
Neben der Technik gibt es auch organisatorische Dinge, mit denen man sich
auseinandersetzen muss. So gibt es in der OpenStreetMap-Datenbasis natürlich immer Stellen
mit Verbesserungspotenzial – was sich auch im Spiel bemerkbar macht. Dazu gehören etwa
fehlende Grenzen auf den unteren Ebenen, welche zu falschen Ortsteilbezeichnungen führen,
sowie andere Datenfehler, die Routingprobleme verursachen können. Das Identifizeren der
genauen Ursachen sowie das anschließende Ausbessern sind dabei nicht immer ganz einfach.
Die Motivation zur Problemlösung ist jedoch vorhanden, was auch eine Chance für
OpenStreetMap darstellen kann.