DNA Datenbanken

uman

Playlists: 'ds2011' videos starting here / audio

Im Vortrag wird die Methode des DNA-Profiling kurz erklärt,
die Praxis der Speicherung beleuchtet und über die konkreten Formen der
internationalen Vernetzung informiert.

Seit ihrer Einrichtung 1998 wächst die DNA-Datenbank beim
Bundeskriminalamt (BKA) beständig; derzeit umfasst sie bereits 921.657
DNA-Profile – davon fast 730.000 Personendatensätze, der Rest sind
Spurendatensätze (Stand: Juni 2011). Jeden Monat kommen über 8.000
DNA-Profile neu hinzu.
Diese drastische Expansion ist keinesfalls einer plötzlichen Zunahme
schwerer Verbrechen geschuldet. Im Gegenteil: Entgegen der verbreiteten
Annahme geht es nur selten um Mord oder Vergewaltigung, wenn DNA-Profile
erfasst werden. Anlass sind in der Regel vielmehr Bagatelldelikte, zum
Beispiel Einbruch oder Diebstahl. Besonders gern nimmt die Polizei so
genannte politisch motivierte Straftaten zum Anlass, das DNA-Profil
Beschuldigter zu speichern, etwa im Zusammenhang mit Demonstrationen.
Nicht nur aus den Statistiken des BKA lässt sich ablesen, dass hier eine
präventive Erfassung stattfindet.
Aber nicht nur in der BKA-Datenbank werden die sensiblen Daten – wir
alle hinterlassen überall Spuren wie Haare oder Hautschuppen, die DNA
enthalten – erfasst. Alle 27 EU-Staaten betreiben DNA-Datenbanken bzw.
bauen sie derzeit auf, und zugleich werden diese Datenbanken miteinander
vernetzt. Außerdem ist bis 2014 der Datenabgleich mit so genannten
„sicheren Drittstaaten“ wie den USA geplant.
Weder die Expansion polizeilicher DNA-Datenbanken noch ihre
internationale Vernetzung wurden bisher besonders beachtet. Um das zu
ändern, hat das Gen-ethische Netzwerk im Mai diesen Jahres eine Kampagne
gestartet.

Download

Embed

Share:

Tags