Virtualisierung mit Xen

Reiner Rottmann

Virtualisierung, als Mittel zur Kostensenkung, Aufwandsreduzierung, Skalierung nach Bedarf, optimalen Ressourcennutzung und somit Leistungssteigerung ist derzeit ein zentrales Thema in der IT. Die Cluster Virtualisierung ermöglicht das Zusammenfassen von mehreren Servern zu einer Einheit, einem so genannten Single System, das so einfach zu verwalten ist, wie eine einzelne Workstation. Virtualisierung im Zusammenhang mit Hochverfügbarkeits-Clustern auf Basis eines Single System Images (SSI) ermöglicht die Konsolidierung der Daten, bietet einen hohen Investitionsschutz für die Hardware, schafft die Voraussetzung für Serverless Backup und den Einsatz von eleganten Protokollen wie iSCSI, um nur einige Vorteile zu nennen.

Zur Virtualisierung von Servern unter Linux eignet sich besonders XEN – eine professionelle und sehr performante freie Software. Xen nützt das Prinzip der Paravirtualisierung, das hat den Vorteil, dass Gast-Betriebssysteme erheblich schneller laufen als z.B. bei VMware, da die Hardware nicht vollständig emuliert werden muss. Stattdessen werden dem Gast-Betriebssystem definierte Schnittstellen für die Nutzung der Hardware angeboten.

Zusammen mit dem Diskless Shared Root Konzept und XEN können hochverfügbare, einfach skalierbare Linux-Cluster kreiert werden. Basis stellt das Red Hat Global File System (GFS) und Red Hat Enterprise Linux 5 mit der schon integrierten XEN Virtualisierungssoftware dar.

Diese Cluster können beliebig aufgeteilt und erweitert werden, durch den Einsatz von Xen kann innerhalb weniger Minuten ein identischer Test-Cluster erstellt werden. Solche Testumgebungen (z.B. Testing, Development, Quality Assurance, Preproductive und Productive) werden zum Beispiel von SAP empfohlen um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.

Die Virtualisierungsmöglichkteiten und die konstante Trennung von Storage und Rechenleistung bei einem Diskless Shared Root Cluster sind aber auch für das SAP Live System vorteilhaft. Bei einem SAP System auf dem Diskless Shared Root Cluster ist es jederzeit möglich, die Aufgaben auf verschiedene Cluster-Knoten zu verteilen oder umzuverteilen. Bei steigenden Anforderungen kann so zuerst die Leistungsfähigkeit des bestehenden Clusters voll ausgeschöpft und bei Bedarf kostengünstig im laufenden Betrieb einfach erweitert werden. So können die zur Verfügung stehenden Ressourcen jederzeit optimal eingesetzt werden. Dadurch werden die Gesamtkosten für das System auf ein Minimum gesenkt, es besteht ein hoher Investitionsschutz und das System wächst mit dem Unternehmen mit.

Durch die Virtualisierung ist das System zudem hochverfügbar (bis zu 99,999%), da kritische Applikationen auf mehreren Knoten parallel laufen können(active/active).

Bei der Firma Hilti AG führt ATIX im Moment eine der größten SAP Installationen auf Linux weltweit auf der Basis des Diskless Shared Root Clusters durch. Es wurde eine Tru64 Cluster Infrastruktur durch einen Diskless Shared Root Cluster abgelöst. Nach Vorstellung der Hochverfügbarkeitslösung, wurde diese von SAP als sehr geeignet bestätigt und wird nun von denselben im SAP Linux Lab eingesetzt.

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