Auf Basis offener Geodaten wurde im Berliner Bezirk Pankow ein Projekt zur Verbesserung der Fußverkehrssicherheit umgesetzt. Mithilfe eines routinggestützten Fußverkehrsmodells wurden insbesondere Alltagswege von Schüler:innen und älteren Menschen analysiert. Die dabei identifizierten häufig genutzten Wege wurden mit Daten zu Unfallgeschehen, Tempolimits sowie Straßen- und Querungsmerkmalen verschnitten, um gezielt Handlungspotentiale zur Erhöhung der Verkehrssicherheit abzuleiten.
Der Fußverkehr steht - gemessen an seiner Verkehrsbedeutung - nur selten im Fokus planerischer Aufmerksamkeit. Langsam gewinnen Themen wie Fußverkehrs- und Schulwegsicherheit oder Barrierefreiheit in einigen Kommunen aber an Bedeutung.
Freie Geodaten können dabei helfen, systematisch Verbesserungspotentiale für die Fußverkehrsplanung sichtbar zu machen. Der Berliner Bezirk Pankow ist diesen Weg mit einem Datenprojekt zur Fußverkehrssicherheit gegangen, dass FixMyCity im Jahr 2025 durchgeführt hat. Dafür haben wir auf Grundlage offener Daten eine routingbasierte Modellierung des Fußverkehrsgeschehens entwickelt, die insbesondere Kinder und Jugendliche bzw. Schüler:innen sowie ältere Menschen in den Fokus nimmt. Daraus ergeben sich interessante Erkenntnisse zu stärker und weniger stark frequentierten Wegen im Stadtgebiet und zur fußläufigen Erreichbarkeit von Alltagszielen in den verschiedenen Nachbarschaften.
Auf dieser Grundlage können schließlich Analysen durchgeführt werden, um konkrete Handlungsbedarfe zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu identifizieren: Wo überqueren beispielsweise viele Menschen Straßen an Unfall-Hotspots, es gibt aber keine Ampeln oder Zebrastreifen? Wo müssen besonders viele ältere Menschen über schlechte Gehwege oder nicht barrierefreie Kreuzungen laufen? Oder wo können fehlende Tempolimits an hochfrequentierten Schulwegen identifiziert und seit der letzten StVO-Novelle leichter angeordnet werden?
Wir möchten von der Entwicklung des Fußverkehrsmodells und -routings und den Analyseergebnissen berichten, die derzeit nach Abschluss des Projekts bereits in planerische Entscheidungen in Berlin Pankow einfließen. Auch unsere Erfahrungen im praktischen Einsatz und der Aufbereitung von Daten des Berliner Geoportals würden wir gern teilen sowie besonders, wie sich diese durch OpenStreetMap-Daten ergänzen oder ersetzen lassen.
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