Wie strukturieren Menschen ihre Wahrnehmung dynamischer Karten? Empirische Einblicke aus Online-Studien
Menschen unterteilen ihre alltägliche kontinuierliche Erfahrung mental in diskrete Ereignisse. In einer Reihe von Studien untersuchen wir, wie dieser kognitive Prozess der Ereignissegmentierung bei der Wahrnehmung und Verarbeitung von animierten thematischen Karten funktioniert.
Dynamische Karten sind ein wirkungsvolles Mittel, um Veränderungen über Raum und Zeit sichtbar zu machen. Ihre inhaltliche Fülle und visuelle Komplexität können jedoch das Verständnis des Publikums herausfordern. Um ihre Wirksamkeit zu erhöhen, müssen wir besser verstehen, wie Menschen solche Darstellungen wahrnehmen und interpretieren.
Dieser Vortrag nähert sich dem Thema aus der anwendungsinspirierten Grundlagenforschung. In einer Reihe von Online-Studien untersuchen wir, wie Zuschauer:innen dynamische Karten spontan in bedeutungsvolle Ereignisse einteilen – ähnlich wie man Geschichten oder Filme in Szenen gliedert – und wie diese Ereignisstruktur das Gedächtnis für das Gesehene prägt. Im Fokus stehen dabei drei Einflussfaktoren, die wir empirisch erfassen und modellieren: Erwartungen, die visuelle Auffälligkeit von Veränderungen sowie der Animationsstil. Wir zeigen, wie sich solche „mentalen Schnitte“ praktisch messen lassen und wie sie mit Erinnerungsleistungen wie zeitlicher Reihenfolge und Wiedererkennung zusammenhängen.
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